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Wandern: Amperschlucht Grafrath - Fürstenfeldbruck

spacer

Im grünen Tal der Amper winken herrliche Wildflusserlebnisse. Hinzu kommen die Waldeinsamkeit und die Naturschutzgebiete, die dieser Gegend eine besondere Note geben. Am Ziel der Wanderung durch das Ampertal begrüßt dann die prächtige spätbarocke Anlage des Zisterzienserklosters Fürstenfeld den Wanderer. Ein weiterer Glanzpunkt steht schon am Ausgangspunkt der Wanderungen in Grafrath. Es ist die Wallfahrtskirche St. Rasso aus der Barock- und Rokokozeit, die zu den bedeutendsten Denkmälern dieser Epoche in Südbayern gezählt wird.

Wegbeschreibung (insgesamt 14 km)

Vom S-Bahnhof Grafrath durch die Unterführung in Richtung Ortsmitte zur St. Rassokirche (ca. 1,3 km). Von dort auf der „Klosterstraße“ und der „Adalmuntstraße“ weiter zum Ampersteg. Nach 1 km auf der „Badstraße“ weiter auf der „Mauerner Straße“. Rechts aufwärts und nach ca. 70 m links in die Straße „Zur Amperschlucht“ einbiegen. Auf dem Waldweg durch die Amperschlucht flussabwärts. An der Verzweigung rechts halten.

An der Amper bei Zellhof
Blick auf Unteralting

Nach dem Wald links an der Amper entlang nach Schöngeising. Dort weiter an der Amper entlang auf einem schmalen Pfad. Kurz vor Zellhof verlässt man die Amper und geht bei den 300-jährigen Eichen rechts auf die „Zellhofstraße“ und am Zellhof und der Kapelle St. Vitus vorbei durch die Amperauen und später durch Wald zum ehem. Zisterzienserkloster Fürstenfeld.

Die ehemalige Zisterzienserabtei Fürstenfeld
Die ehemalige Zisterzienserabtei Fürstenfeld

Durch den Torbogen gelangt man direkt zur spätbarocken Klosterkirche St. Maria Himmelfahrt. Rechts neben der Kirche führt durch einen weiteren Tordurchgang ein Weg zur „Oskar-von-Miller-Straße“. Von dort erreicht man auf dem Fußgängerweg neben der Straße nach 400 m die „Bahnhofstraße“, die zum S-Bahnhof in Fürstenfeldbruck führt. Rückkehr mit der Bahn nach Grafrath.

Anfahrt

Bahn: Grafrath ist über die Linie S4 Geltendorf-Ebersberg im S-Bahn-Netz des MVV (Münchner Verkehrsverbund) erreichbar.
PKW: Bundesautobahn A96 München-Lindau, Anschlussstelle Inning. Auf der B 471 kommt man nach Grafrath.

Übersichtskarte
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Sehenswürdigkeiten

Amper:

Die Amper ist die nördliche Fortsetzung eines mit dem Ammersee und der Ammer zusammenhängenden Flusssystems im bayerischen Alpenvorland, dessen Oberlauf von der Ammer gebildet wird, die in das Südende des Ammersees mündet. Vom nördlichen Ammersee bei Stegen fließt dann die Amper ab bis nach Moosburg, wo sie bald in die Isar mündet. Das weitgehend naturbelassene Flusssystem hat eine Gesamtlänge von 185 km. Bei Grafrath durchbricht die Amper die Endmoränenlandschaft des Isar-Loisach-Gletschers der Würm-Kaltzeit. Im Amperabschnitt bei Schöngeising und Zellhof sowie bei Grafrath ist der Biber wieder heimisch geworden. Der Fluss war früher in seinem unteren Teil schiffbar. Die wichtigsten Nebenflüsse sind die Glonn, die Würm, die den Abfluss des Starnberger Sees bildet, sowie die Maisach.
Schifffahrt: Bevor die Eisenbahn Augsburg-Weilheim 1898 gebaut wurde, gab es eine Schiffsverbindung auf der Amper für den Personentransport der Besucher aus München und Augsburg von der Bahnstation in Grafrath zur Schiffsanlegestelle am Ammersee in Stegen. Ein 1878 in Dienst gestellter Flussdampfer namens Marie-Theres brachte die Passagiere auf der Amper dorthin. Das Schiff wurde im Volksmund „Mooskuh“ genannt. Bis zu 300 Passagiere fanden darauf Platz. Später kam mit zunehmendem Passagieraufkommen noch das Dampfschiff Tristan des Königs Ludwig II. zum Einsatz. Die Eröffnung der Ammerseebahn auf dem Westufer setzte der Dampfschifffahrt auf der Amper dann ein baldiges Ende.
Sage von der Mooskuh: Das Ampermoos war von jeher von den Menschen gefürchtet, denn sie glaubten, dort treibe eine Mooskuh ihr Unwesen. Diese locke die Wanderer in der Nacht mit ihrem Muhen immer weiter in das sumpfige Gebiet hinein, bis sie nicht mehr entrinnen könnten und im Moor versinken würden.

An der Amper bei Schöngeising
An der Amper bei Schöngeising

Naturschutzgebiet Ampermoos:

Das 525 ha große Niedermoor nördlich des Ammersees gehört ebenfalls zur Ramsar-Zone am Ammersee. (In Ramsar, einer kleinen Stadt im Iran, wurde 1971 von 55 Staaten das „Übereinkommen für den Schutz von Feuchtgebieten von inter­nationaler Bedeutung” unterzeichnet). Das nahe Nordufer des Ammersees ist ebenfalls von einem dichten Schilfgürtel bedeckt (Naturschutzgebiet). Im Ampermoos hat man eine über­raschende Entdeckung gemacht, denn hier hat eine vom Aussterben bedrohte Libelle, die „Grüne Keiljungfer“ ihren (Über-)Lebensraum gefunden. Die früher in den bayerischen Flüssen nördlich der Alpen weit verbreitete Grüne Keil­jungfer steht auf der obersten Stufe der Roten Liste bedrohter Tierarten. Diese Libellenart genießt auch den Schutz der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) und gilt als Indikator für den naturnahen Zustand eines Fließ­gewässers, denn sie verträgt nur geringste Schadstoffbelastungen. Leider sind auch andere Libellenarten vom Aussterben bedroht.

Schöngeising:

Das von Buchen- und Fichtenwäldern umgebene Dorf an der Amper entstand aus einer römischen Siedlung, die am Übergang der Römerstraße Augsburg-Salzburg über die Amper lag und ,,ad Ambre“ hieß. 763 wurde Schöngeising erstmals in einer Urkunde erwähnt. In der Kirche befindet sich der Grabstein des Musikers Orlando di Lasso, der hier Ende des 16. Jhs. ein Gut besaß.
Sunderburg: Am Fußweg nach Wildenroth kommt man zur Sunderburg. Die Anlage mit dreifachen Wällen und Gräben, die von einer im 10. Jh. erbauten, später zerfallenen Burg stammen, wurde vielleicht an der Stelle eines früheren römischen Kastells errichtet.

Grafrath:

Grafrath liegt rund 10 km südwestlich von Fürstenfeldbruck und 30 km westlich von München. Die Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Grafrath, zu der die drei Ortsteile Grafrath, Wildenroth, Unteralting mit Mauern und die Gemeinde Schöngeising gehören.

Zellhof:

In der Nähe der Amper steht in der Nähe eines Hofgutes die kleine, im Kern romanische Kapelle St. Vitus im Zellweg, die von einer Kirchhofmauer umgeben ist und schon im 13. Jh. erwähnt wird. Der eingezogene Chor ist gerade geschlossen. Auf dem Friedhof stehen Grab­kreuze aus dem 18.–20. Jh.

Kapelle St. Vitus
Kapelle St. Vitus

Zisterzienserabteil Fürstenfeld:

Das Kloster war eine Sühnestiftung des Herzogs Ludwig II., genannt der Strenge, es wurde errichtet, weil dieser befohlen hatte, seine Frau Maria wegen angeblicher Untreue 1256 zu enthaupten. Da legte ihm Papst Alexander IV. zur Sühne den Bau eines Klosters auf. Nach längerem Suchen fand man eine geeignete Stelle auf dem „campo principum“ – dem „Feld des Fürsten“ im Ampertal. Dort gründeten im Jahr 1263 Zisterzienser aus Aldersbach in Niederbayern ein Kloster, das von Ludwig großzügig mit Ländereien und Privilegien ausgestattet wurde. 2013 feierte man den 750. Jahrestag der Gründung des Klosters Fürstenfeld. Das erste zwischen 1270 und 1290 erbaute Kloster war in Backsteinbauweise errichtet worden.
Der Herzog wurde nach seinem Tod 1294 in der Klosterkirche begraben. Sein Sohn, der spätere Kaiser Ludwig der Bayer, bekannte sich zur Sühnestiftung des Vaters, die er als „Denkmal väterlicher Bußgesinnung“ bezeichnete. Die beiden Figuren am Übergang zum Chorraum der Kirche zeigen diese beiden Wittelsbacher, deren Geschlecht eng mit der Geschichte des Klosters bis zu seiner Aufhebung 1803 verbunden war.
Nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg wurde 1700 mit dem Neubau der barocken Klosterkirche begonnen. Dem damaligen Kurfürsten Max Emanuel schwebte vor, hier seinen „bayerischen Escorial“ zu erbauen und so beauftragte er den damaligen Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi mit der Planung und Bauausführung. 1741 konnte zwar die neue Kirche geweiht werden, aber die Ausstattung der barocken Wandpfeilerkirche war erst nach mehr als 25 Jahren fertiggestellt. Bald darauf wurde 1803 das Kloster Fürstenfeld säkularisiert und an privat verkauft, 1817 kaufte es aber der Staat wieder zurück. Die Klosterkirche wurde von 1816 bis 1918 als königliche Landhofkirche genutzt. Von 1923 bis 1951 versahen Ettaler Benediktiner den Gottesdienst, die das ehemalige Wirtschaftsgut des Klosters gepachtet hatten.
Klosterkirche: Die mächtige Westfassade hat zwei Geschosse und oben einen Volutengiebel; sie wird durch sechs Doppelsäulen strukturiert, deren Kapitelle unterschiedlich sind (unten toskanisch, Obergeschoss ionisch, Giebel korinthisch). Am Giebel sind Statuen des Erlösers und der Ordensheiligen Bernhard und Benedikt angebracht. Im Inneren besticht eine prächtige Ausstattung, die bereits Züge des Rokoko trägt. Die reichen Stuckaturen im Chor schuf Pietro Francesco Appiani (1718–1723), im Langhaus Jacopo Appiani (1729–1731), der sie mit Gitterwerk, Vasen und Schabracken verzierte. Cosmas Damian Asam malte die Gewölbefelder aus. Im Chor ist die Geschichte des Klosters dargestellt.
Klostergebäude: Die erhaltenen Baulichkeiten wurden im 19. Jh. als Kaserne und Lazarett genutzt. Heute ist in den Gebäuden die Bayerische Beamtenfachhochschule mit dem Fachbereich Polizei untergebracht. Die ehemaligen Wirtschaftsgebäude werden als Kulturzentrum genutzt.

Quelle & weitere Touren-Beschreibungen

Dr. Walter Töpner: Erlebniswege Oberbayerisches Seenland
ISBN 978-3-95551-013-8 1. Auflage
208 Seiten, Softcover, 14 x 23 cm, vierfarbig, 16 Touren, zahlreiche Fotos und Karten
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Erlebniswege Oberbayerisches Seenland

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