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Wandern / Fahrrad-Tour:
Andechs - Machtlfing - Traubing

spacer

In Reichweite des Heiligen Berges umrundet man auf einer Wanderung das Land um das Kloster Andechs. Am Weg liegen die malerische Stephanskapelle und das alte Dorf Machtlfing. Am Schluss steht die Besichtigung des ,,Heiligen Berges“. Dort stand einst eine um 1080 erbaute Burg der Grafen von Dießen-Andechs. Um 1130 verlegte das Grafengeschlecht seinen Hauptsitz von seiner Burg bei Dießen hierher, wo ein Chorherrenstift neu gegründet wurde. Die Grafen erlebten einen beispiellosen Aufstieg, als sie bald darauf um 1180 als Herzöge von Meranien in den Reichsfürstenstand aufrückten. Aus ihren Reihen gingen große Kirchenmänner hervor und die Töchter des Hauses wurden an die Königshäuser in Frankreich und Ungarn gut verheiratet. So war die hl. Elisabeth von Thüringen durch die Königin Gertrud von Ungarn eng mit Andechs verbunden. Die Herzogin Hedwig von Schlesien wurde in Andechs um 1174 geboren.
Die Machtfülle der Grafen und ihr politischer Einfluss wuchsen immer mehr. Aber wie gewonnen, so zerronnen: Nach dem kometenhaften Aufstieg kam zu Beginn des 13. Jhs. der Abstieg. Schließlich wurde die Burg Andechs zerstört und 1248 starb das Geschlecht aus. Nur die Nikolauskapelle blieb unzerstört. Und hier beginnt die zweite Erfolgsgeschichte des Heiligen Berges.

Wegbeschreibung (11 km für Wanderer, weitere 11 km Erweiterung für Radfahrer)

Vom Dorf Erling führt gegenüber der Pfarrkirche der „Kerschlacher Weg“ zur Stephanskapelle. Beim Gasthof Post kommt man an einem alten Sühnekreuz vorbei, später an der Molkerei Andechs. Bei der Wegverzweigung hält man sich links und folgt dem X7-Zeichen. Der Weg steigt sanft an und bald erreicht man die freie Feldflur. Rechterhand liegt das Naturschutzgebiet Mesnerbichl, bald darauf sieht man links den Stephansbichl.

Der Heilige Berg von Westen gesehen
Der Heilige Berg von Westen gesehen

Hinter Bäumen versteckt taucht die Stephanskapelle auf. Man umrundet den Hügel und bleibt immer auf dem Hauptweg, der in Richtung Straße führt. Dann biegt der Weg rechts ab und hält auf Machtlfing zu. Im Ort folgt man dem Wegezeichen „Königlich-Bayerische Radtour“ (Krone und Fahrrad). Durch den Wald kommt man am Weiler Rothenfeld vorbei zur Friedenskapelle. Auf dem Kreuzweg erreicht man den Heiligen Berg mit dem Kloster Andechs. Das letzte Stück nach Erling ist leicht zu finden.

Landschaft bei der Stephanskapelle
Landschaft bei der Stephanskapelle

Erweiterung für Radfahrer: Mit dem Rad kann man die Tour in Machtlfing fortsetzen, indem man auf der „Traubinger Straße“ (St 2067) bis Traubing fährt, dort links in die „Ascheringer Straße“ einbiegt und bis Aschering radelt. Hier kann man bei der Kirche links auf dem ausgeschilderten König-Ludwig-Weg durch den Wald zurück nach Andechs gelangen. Wer seine Reifen schonen möchte, fährt geradeaus weiter nach Landstetten und dort links auf dem Radweg an der StA 3 nach Andechs zurück.

Auf dem Weg zur Stephanskapelle
Auf dem Weg zur Stephanskapelle

Anfahrt

Bahn: S-Bahn von München nach Herrsching, Bahnstation Herrsching, Busverbindung (5 km) nach Andechs und Starnberg
PKW: Parkmöglichkeiten: In Egling beim Hotel Garni zur Post oder in Machtlfing bei der Kirche .

Übersichtskarte
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Sehenswürdigkeiten

Erling:

Die erste urkundliche Erwähnung Erlings war im Jahr 776. Die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes am Fuße des Klosterberges wurde maßgeblich vom Kloster Andechs bestimmt, zumal viele Menschen als Handwerker und Arbeiter im Kloster Arbeit fanden. Im Ort gab es früher für Pilger eine Herberge.
Am historischen Straßenkreuz in Erling stehen heute der Gasthof zur Post und die Kirche St. Vitus. Schon in römischer Zeit siedelten Menschen in Erling. Am „Klasberg“ wurden Reste einer römischen Villa entdeckt.
Römerstraßen: Der heutige Straßenverlauf von Fischen nach Erling folgt der alten Römerstraße, die Bregenz mit Gauting verband. Eine weitere Römerstraße verlief am Kloster Andechs vorbei in Richtung Walchstadt und Schöngeising.
Pfarrkirche St. Vitus: Der im Kern spätmittelalterliche Bau wurde 1681 barock umgestaltet, das Turmoberteil wurde um 1635 nach Einsturz neu aufgesetzt. Sehenswerte Barockausstattung, schöne Madonna.

Erling mit alter Schmiede
Erling mit alter Schmiede

Stephanskapelle:

Der nordwestlich gelegene „Stephansbichl“ (728 m), auf dem eine Wallfahrtskapelle steht, war früher vielleicht eine alte Kultstätte. Der einfache Satteldachbau wurde im 17./18. Jh. errichtet. Auf dem Hügel fanden bis in das 19. Jh. die auf frühgermanische Zeit zurückgehenden Stephansumritte statt. Heute wird in Machtlfing noch immer am Stephanstag (2. Weihnachtsfeiertag) der Stephansritt abgehalten.

Die Stephanskapelle ist ein Wallfahrtsort
Die Stephanskapelle ist ein Wallfahrtsort

Naturschutzgebiet „Mesnerbichl“:

Das 1941 ausgewiesene Naturschutzgebiet zeigt eine große Artenvielfalt, wie es sie in den ver­gangenen Jahrhunderten in ungestörten Land­strichen noch häufig gab. In der ab­wechs­lungsreichen parkähnlichen Land­schaft liegen Moorwiesen, wo Anfang Juli die seltene Sumpfgladiole blüht.

Im Naturschutzgebiet Mesnerbichl
Im Naturschutzgebiet Mesnerbichl

Machtlfing:

Das Dorf hat sein ländliches Aussehen bewahrt und gruppiert sich um die erhöht gelegene Pfarrkirche St. Johann Baptist, die noch auf romanischen Grundmauern ruht.
Der kleine Ort in der Gemeinde Andechs war schon während der Bronze- und Hallstattzeit besiedelt; später kamen Kelten, Römer und schließlich Bajuwaren. Der Name „Machtlfing“ könnte von dem altdeutschen Wort „mal“, „mahal“ oder „machel“ (= Rechtsspruch oder Zeichen) abgeleitet sein. Vermutlich stand hier einmal eine alte Thingstätte, wo der Gaugraf zu bestimmten Zeiten Gerichtstag hielt. Als Zeichen seines Amtes wurde dabei sein Schild („mal“) an einer Eiche aufgehängt. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte in einer Urkunde des Klosters Benediktbeuern; darin wird erwähnt, dass „Merigozus“ im Jahre 808 seine Besitzungen in „Mahtolvingin“ dem Kloster überschrieben hat. Im 12. Jh. wird der Ort Sitz eines Gefolgsmannes der Andechser.
Pfarrkirche St. Johann Baptist (Obere Pfarrkirche): Schon im Mittelalter gab es in Dorf zwei Kirchen, die zur Aufteilung in ein Ober- und ein Unterdorf führten. Die obere Kirche wurde 1850 erbaut.
Kapelle „Unsere Liebe Frau“ (Untere Kirche): Die einschiffige Landkirche um 1680 ist flach gedeckt und besitzt drei Altäre der Spätrenaissance. Auf dem Hochaltar steht die von Engeln umgebene spätgotische Figur der thronenden Muttergottes, zu ihren Füßen die Mondsichel. Eine weitere Madonna im Rosenkranz unter dem Chorbogen ist datiert mit der Jahreszahl 1688. Auf dem linken Seitenaltar steht die spätgotische Schnitzfigur des Papstes Sylvester; auf dem rechten Seitenaltar die barocke Schnitzfigur des hl. Joseph. An der Nordwand befindet sich eine spätgotische Beweinungsgruppe. Der Chor und das Untergeschoss des Turmes sind Reste der gotischen Vorgängerkirche.

Traubing:

Der Ort liegt in der malerischen Landschaft zwischen Starnberger See und Ammersee auf einem Höhenrücken.
Zwischen Traubing und Machtlfing liegt auf der Höhe in einem sumpfigen Wiesengelände ein ausgedehntes Feld von Hügelgräbern, die zum Teil mit Bäumen und Buschwerk bestanden sind.
Pfarrkirche Mariä Geburt: Der spitze Turm mit seinen rot und gelb gestreiften Glocken­fenstern weist den Weg. Die Kirche steht inmitten des kleinen Friedhofs und konnte 2009 ihr 250. Jubiläum feiern. Seit dem Jahre 1050 ist eine Kirche von „Trubingen“ schriftlich in den Quellensammlungen zur Geschichte Bayerns im Mittelalter (monumenta boica) nachgewiesen. Zahlreiche Stiftungen vermehrten den Kirchenbesitz. Die damalige Kirche „Zu unserer lieben Frau“ überstand unversehrt die Wirren des Dreißigjährigen Krieges (1632–34). Auf dem Hochaltar steht eine Statue der Himmelskönigin im Strahlenglanz, eine schwäbische Arbeit des 15. Jhs. Ein Baldachin mit Rosengirlanden umrahmt die Madonna und das Jesuskind. Zu ihren Füßen huldigen ihr Engel. Die Eltern Mariens, Joachim und Anna, stehen neben ihr.
Wallfahrt: Das älteste Kunstwerk in dieser Kirche ist ein als wundertätig verehrtes Kruzifix, das aus dem Jahr 1443 stammen soll. Der Beginn der Wallfahrt zum Heiligen Kreuz von Traubing ist auf 1688 datiert. Zahlreiche Gläubige haben durch die Jahrhunderte unter dem großen Kreuz gebetet, über tausend Gebetserhörungen sind im Mirakelbuch der Pfarrei vermerkt. Der einstige Wallfahrtsort stand aber in Konkurrenz zum Heiligen Berg und konnte deshalb seine einstige Stellung nicht behaupten. Zwar gibt es heute keine Wallfahrten mehr, doch die Verehrung des Heiligen Kreuzes von Traubing ist ungebrochen.

Ortsansicht von Traubing
Ortsansicht von Traubing

Aschering:

Aschering war bis 1972 eine selbstständige Gemeinde und gehört heute zur Gemeinde Pöcking.
Der früher als „Ascheringin“ erwähnte Ort ist ein Haufendorf, das sich um die Ortskirche entwickelt hat. Bis zum Jahre 1010 lässt sich seine Geschichte zurückverfolgen, als der Ort „Aschiringin“ an das Kloster Polling kam.
Filialkirche St. Sebastian: Der Sattelturm hat spätgotische Schallöffnungen. Die im 13. Jh. erbaute Kirche gehörte einst dem Kloster Polling, das sie 1768 restaurieren ließ. Das Deckenfresko im Langhaus mit Stichkappentonne malte Johann Baptist Baader aus Lechmühlen; es zeigt den hl. Sebastian als Fürbitter der Pestkranken sowie die Heilige Dreifaltigkeit.

Wegekreuz am König-Ludwig-Weg bei Aschering
Wegekreuz am König-Ludwig-Weg bei Aschering

Quelle & weitere Touren-Beschreibungen

Dr. Walter Töpner: Erlebniswege Oberbayerisches Seenland
ISBN 978-3-95551-013-8 1. Auflage
208 Seiten, Softcover, 14 x 23 cm, vierfarbig, 16 Touren, zahlreiche Fotos und Karten
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Erlebniswege Oberbayerisches Seenland

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