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Landesjugendamt tagt in Irschenberg zum Thema Prävention von sexueller Gewalt

Rund 80 Leitungskräfte aus Jugendämtern und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
aus Bayern kamen am 26.09. 12 zu einer Fachtagung nach Irschenberg. Im Rahmen der
Veranstaltungsreihe „Innovative Praxis“ wird der Erfahrungsaustausch zwischen den
Trägern der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe gefördert. Dazu eingeladen hatte
das Bayerische Landesjugendamt in Kooperation mit dem Caritas Kinderdorf Irschenberg,
das sein Konzept zur Prävention von sexueller Gewalt in stationären Einrichtungen vorstellte.

Dabei ging es nicht nur um den sexuellen Missbrauch durch Erwachsene, der die öffentliche
Wahrnehmung in den letzten Jahren dominierte, sondern auch um sexuelle Gewalt zwischen
Kindern und Jugendlichen. Insbesondere in Einrichtungen der Jugendhilfe sind Übergriffe
zwischen dort untergebrachten Kindern und Jugendlichen im Alltag weitaus häufiger und für
die Betroffenen oftmals nicht minder traumatisierend. Das Spektrum sexueller Gewalt reicht
dabei von verbaler Belästigung über scheinbar harmlose Berührungen bis hin zu gewalt-
samen sexuellen Handlungen. Einrichtungen der Jugendhilfe haben die Aufgabe, die ihnen
anvertrauten Kinder und Jugendlichen in ihrem Lebensalltag zu schützen. Wenn viele
Menschen eng zusammenleben, ist das manchmal nicht so einfach. Vor allem im
Jugendalter ist die Frage der Einvernehmlichkeit sexueller Annäherung schwer zu
bestimmen.

Das Caritas Kinderdorf Irschenberg, das dieses Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiert, stellte
sich schon früh dieser Herausforderung. In einem aufwändigen, mehrjährigen Prozess wurde
ein umfassendes Konzept zur Prävention von sexueller Gewalt in ihrer Einrichtung erarbeitet
und implementiert. Bereits vor den publik gewordenen Skandalen hatten sich die
Verantwortlichen der Thematik angenommen und eine Fachstelle Kinderschutz etabliert, die
heute von Garmisch bis Mühldorf aktiv ist. Alexander Horzella, Leiter des psychologischen
Fachdienstes im Kinderdorf, präsentierte den Gästen das Konzept sowie die Erkenntnisse
bei der Entstehung und Umsetzung. In seinem Vortrag wies der Psychologe darauf hin,
„dass die Umsetzung eines solchen Konzeptes die Enttabuisierung des Themas und die
Akzeptanz aller mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehenden Personen braucht.“
Im Anschluss hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit in verschiedenen
Workshops die einzelnen Aspekte vertiefend zu bearbeiten und zu diskutieren. Fachkräfte in
der Jugendhilfe haben immer häufiger mit sehr komplexen, herausfordernden Situationen zu
tun, in denen sie wirksame Hilfen für gefährdete Kinder und Jugendliche schaffen müssen.
Die Veranstaltung trug zum Wissensaustausch bei und regte zum Nachmachen im eigenen
Verantwortungsbereich an.

Caritas Kinderdorf Irschenberg | Bei uns veröffentlicht am 26.09.2012


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