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Interview mit Thomas Käsbohrer

Interview mit dem Iffeldorfer Autor und Filmemacher Thomas Käsbohrer über seinen Film „Einmal München – Antalya, bitte.“ Der Film beschreibt in poetischen Bildern seine fünfmonatige Segelreise durchs Mittelmeer in einem kleinen Boot. Der Film läuft in den kommenden Tagen in verschiedenen Kinos im Landkreis (siehe Veranstaltungskalender).

Herr Käsbohrer, Sie leben in einer der schönsten Regionen Bayerns, was hat Sie veranlasst, aufs Meer zu gehen?
Ich bin vorher am Starnberger See fast immer allein unterwegs gewesen und habe festgestellt, dass das genau mein Ding ist. Dass ich hier nach einem stressigen Arbeitstag Ruhe finde. 2009 hatte ich mein erstes eigenes Boot im Mittelmeer und es kostete Überwindung, alleine in den Golf von Triest hinauszusegeln. Aber es hat mir genauso viel Freude gemacht, allein auf dem Meer zu sein, wie auf dem Starnberger See. Gelegentlich begleiteten mich auch meine Frau oder gute Freunde. Es war schon schwer, mein Zuhause in Iffeldorf zu verlassen, meine Frau lange nicht zu sehen. Aber ich hatte diesen Traum und nach meiner plötzlichen Abberufung als Geschäftsführer eines Münchner Verlages war es der richtige Zeitpunkt.

Wie lange waren Sie unterwegs?
Von München nach Antalya über 5 Monate.

Wie groß ist Ihr Schiff?
Nicht sehr groß, 9,40 lang, 3,05 Meter breit. Eine Dehler 31: Ein 31-Fuß-Boot, gebaut 1987 irgendwo im Sauerland.

Ihr Film ist kein klassischer Segelfilm, sondern eher ein Episodenfilm über Küsten und Menschen. Aber vor allem ist es doch ein Film über die Sehnsucht nach dem Meer.
Es ist die Sehnsucht nach dem tiefen Blau und dem einfachen Leben dort. In gewisser Weise ist es eine Projektion, aber es gibt einen wahren Kern dahinter. Der Alltag an Bord ist in vielen Dingen eine einfache Reaktion auf das, was die Natur vorgibt. Der Wind nimmt zu? Segel reffen. Der Wind nimmt ab? Segelfläche vergrößern. Sturm? Schutz suchen. Gewitter? Sein kleines Schiff fest am Ufer vertäuen.

Damit wird es direkt zu einer Metapher, wie man das Leben anpacken kann?
Ja, darin liegt der Reiz. Man lernt, worauf es ankommt. Unser Leben ist so überlagert, von Scheckkarten, Steuern, Online-Bestellungen... Dingen, die abstrakt sind, weder greifbar noch fassbar, die aber trotzdem ungeheuren Einfluss auf unser Leben ausüben. Da draußen auf dem Meer gibt es nur noch das, was wirklich sichtbar und fassbar ist.

Was bleibt von so einer Reise?
Das herauszufinden ist allein schon eine Aufgabe für jeden. Sie ist es wert, für jeden – wie ein Haus zu bauen oder Kinder zu haben. Man wird kein anderer Mensch, wenn man lange segelt, aber man betrachtet die Dinge anders. Vor allem das Land, in dem man lebt. Nicht dass es mir hier in Iffeldorf nicht mehr gefiele, nein. Sondern man sieht klarer, was wichtig ist im eigenen Leben und was nicht.

Das Interview mit Thomas Käsbohrer führte Susanne Guidera.
München, den 8.3.2016


Susanne Guidera | Bei uns veröffentlicht am 09.03.2016


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