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Geplante Asylbewerberunterkunft in Adelshofen - Klos- tergarten bau- und denkmalschutzrechtlich zulässiger Standort

Auf einem Teil des Klostergartens in Adelshofen eine Asylbewerberunterkunft zu errichten, ist nach
Ansicht des Landratsamtes nach einer internen Vorprüfung prinzipiell bau- und denkmalschutz-
rechtlich zulässig.
Derzeit plant das Landratsamt die Errichtung eines Container-Gebäudes am östlichen Ende des
Klostergartens. Nach den Planungen fügt sich ein einzelner zweigeschossiger Baukörper mit einer
Ausdehnung von circa 30 x 15 Meter und einer Höhe von circa 5,60 Meter zwischen den vorhan-
denen Bäumen in das Grundstück ein. Alle auf dem Grundstück vorhandenen Obstbäume würden
bestehen bleiben, ebenso die vorhandene Hecke zur Straße hin, die Planung sieht eine Unterbre-
chung nur für eine Zufahrt in einer Breite von ca. 3,50 Meter vor. Die Hecke diente somit dem
Sichtschutz für beide Seiten. Die Außenanlagen würden begrünt. Die angepachtete Teilfläche ist
mit circa 2.500 m2 groß bemessen, so dass Bewegungsfreiheit und genügend Spielfläche zur Ver-
fügung stehen würden. Das Grundstück soll mit einem Zaun vom restlichen Gelände abgetrennt
werden. Es würden drei PKW-Stellplätze, ausreichend Fahrradstellplätze und ein Kinderspielplatz
errichtet.
In den Medien war eine Foto-Simulation einer Anlage zu sehen, die aus zwei zweistöckigen Ge-
bäuden besteht, anders situiert ist und lediglich eine Kiesfläche zur Befestigung aufweist, ohne
Begrünung und Hecke. Der Eindruck, den diese Fotosimulation erweckt, ist irreführend. Die Foto-
simulation entspricht hinsichtlich Größe, Lage und Umfeld nicht dem, was geplant ist. 
Aus bauplanungsrechtlicher Sicht liegt das Grundstück am Klosteranger trotz seiner Lage mitten
im Ort im sogenannten „Außenbereich“, der abgesehen von privilegierten und nicht störenden Vor-
haben grundsätzlich von Bebauung freizuhalten ist. Der Gesetzgeber hat jedoch kürzlich durch
Änderungen des Baugesetzbuches Erleichterungsmöglichkeiten zur Errichtung von Unterkünften
für Flüchtlinge und Asylbewerber geschaffen, so dass das geplante Bauvorhaben an dieser Stelle
nach Ansicht des Bauamtes im Landratsamt nach derzeitiger Prüfung zulässig ist. Das den Stand-
ort umgebende Ortsgebiet kann als sogenanntes „Allgemeines Wohngebiet“ eingestuft werden, so
dass bei der geplanten Asylbewerberunterkunft auch die Gebietsverträglichkeit zu bejahen ist.
Hinsichtlich der von der Interessengemeinschaft „Erhaltung Klostergarten Adelshofen“ vorgebrach-
ten Bedenken bezüglich einer Beeinträchtigung der Bodendenkmäler im Klostergarten sowie der
vorhandenen Baudenkmäler hat die untere Denkmalschutzbehörde ebenfalls eine Einschätzung
vorgenommen: Bei den Bodendenkmälern im Bereich des Klostergartens handelt es sich um Teile
des dem ehemaligen Hofmarkschloss Adelshofen zugehörigen Wirtschaftshofes und der Garten-anlagen. Diese Bodendenkmäler dürfen durch eine mögliche Bebauung nicht beeinträchtigt wer-
den. In vergleichbaren Fällen wurden zum Schutz von Bodendenkmälern mit konservatorischen
Maßnahmen die Bauvorhaben ermöglicht. Diese Möglichkeit wird auch für den Standort in Adels-
hofen gesehen. Eine entsprechende Stellungnahme des Landesamts für Denkmalpflege liegt dem
Bauamt vor.
In der Nähe der geplanten Unterkunft befinden sich Baudenkmäler wie die Kirche St. Michael, das
ehemalige Hofmarkrichterhaus, das Rathaus oder der Pschorrstadel. Bedenken wegen einer Be-
einträchtigung dieser Baudenkmäler können aus Sicht des Landratsamtes vor allem auch wegen
der Befristung von Baugenehmigung und Nutzung zurückgestellt werden. Auch hierzu liegt eine
entsprechende Stellungnahme des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege vor.
Das Landratsamt Fürstenfeldbruck beteiligt das Landesamt für Denkmalpflege als Fachbehörde
sowohl bei Bodendenkmälern als auch bei Baudenkmälern in der Nähe im Verfahren, ist aber
selbst für die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis zuständig.

LRA Fürstenfeldbruck | Bei uns veröffentlicht am 15.03.2016


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