In Kooperation mit der Hochschule München hat die Jugendgerichtshilfe Fürstenfeldbruck damit begonnen, das Leseprojekt KonTEXT im Landkreis Fürstenfeldbruck umzusetzen. Das Projekt soll straffälligen Jugendlichen und Heranwachsenden über die Verarbeitung von Textinhalten neue Sichtweisen und Impulse zur Veränderung ihres Lebensstils vermitteln. Das Projekt orientiert sich an einem Vorbild aus Dresden.
Das Leseprojekt KonTEXT richtet sich an Jugendliche und Heranwachsende, die aufgrund einer Straftat als erzieherische Maßnahme von der Staatsanwaltschaft oder dem Jugendgericht eine Leseweisung auferlegt bekamen. Sie sollen an das Lesen von ausgewählter Literatur herangeführt bzw. in ihrer Lesekompetenz und Reflexionsfähigkeit gefördert werden. Über geeignete Texte können sie persönliche Probleme erkennen und neue Möglichkeiten, Ressourcen sowie Kompetenzen der Problembewältigung entdecken. Insbesondere werden sie auch zu gesetzeskonformem Handeln motiviert.
Abhängig von den Lesefähigkeiten und der verhängten Stundenanzahl schwankt der entsprechende Zeitaufwand zwischen 5 und 30 Stunden. Die zu lesende Literatur umfasst mehr als 70 Bücher zu Themen wie Freundschaft, Ausgrenzung, Aggression, Kriminalität, Alkohol, Drogen, Heim, Gefängnis, sexuelle Gewalt, Essstörung oder Fremdenfeindlichkeit.
Die neue Weisung stellt eine Alternative zu den sonst üblichen Sozialen Hilfsdiensten dar. Sie ergänzt das Angebot der Weisungen, die von der Jugendgerichtshilfe vorgeschlagen werden können. Die Weisung wurde seit Mai bereits 9 Mal verhängt.
Die Weisung wird von Studierenden des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit an der Hochschule München durchgeführt, die vorher entsprechend geschult wurden und von der Projektleiterin Frau Prof. Dr. Steindorff-Classen angeleitet werden. Die Studenten können dabei erste Praxiserfahrungen sammeln, für den Landkreis entstehen keine Kosten – somit profitieren die jugendlichen Straftäter, der Landkreis und die Studenten von der Weisung.
LRA Fürstenfeldbruck | Bei uns veröffentlicht am 26.07.2012

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