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Die kalendarischen Hundstage sind da - Zeit für die Bekämpfung der Allergiepflanze Ambrosia

Viele Allergiker werden es bald spüren - jetzt kommt die Ambrosie (auch Traubenkraut oder Ragweed genannt) wieder zur Blüte. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika und breitet sich auch in Mitteleuropa immer mehr aus. 2007 konnte sie im Landkreis zum ersten Mal nachgewiesen werden. Auch in unserem Landkreis haben sich bereits größere Bestände mit weit über 100 Pflanzen entwickelt.

Die Pollen des Traubenkrauts zählen zu den stärksten Allergieauslösern.
Sie können zu schweren heuschnupfenartigen Symptomen und Asthma führen. Schon kleinste Pollenmengen reichen für eine Reaktion aus. Auch Personen, bei denen bisher keine Pollenallergie festgestellt wurde, reagieren auf diese Pflanze nicht selten empfindlich. Nicht umsonst wird diese Pflanze in Australien auch "asthmaplant" genannt. Das Fatale an dem Traubenkraut ist ihre späte Blütezeit von Ende Juli - Oktober, einer Zeit, in der viele Pollenallergiker sonst bereits wieder aufatmen konnten. Auch für unser Gesundheitssystem könnte diese Pflanze durch ihr extremes allergenes Potential zu einer Belastung werden.

Die Ambrosie soll deshalb unbedingt an der weiteren Ausbreitung gehindert werden! Drei von den vier bekannten größeren Beständen des Landkreises konnten durch frühzeitige Bekämpfung eliminiert werden. Bei einer Fläche wurden vor einigen Tagen noch letzte Pflanzen ausgerissen, so dass auch dieser Bestand im nächsten Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit erloschen sein wird.
Das zeigt, dass man bei konsequentem Vorgehen einer weiteren Ausbreitung effektiv begegnen kann.
Allerdings können ausgefallene Samen 40 Jahre keimfähig bleiben. Auch deswegen sollte die Pflanze unbedingt vor der Blüte entfernt werden. Eine vom Aufwuchs befreite Fläche muss nach einer Nutzungsänderung (z.B. Umgraben, Fräsen) erneut intensiv kontrolliert werden, da dann im Boden eingelagerte und durch dichten Bewuchs unterdrückte Samen nach Jahren noch zur Keimung gelangen könnten.
Die einjährige Pflanze kann vor dem Aufblühen mit der Wurzel leicht herausgezogen und in der Mülltonne entsorgt werden. Bereits blühende Exemplare sind sicherheitshalber nur mit Atemschutz und möglichst von Personen zu entfernen, die bisher nicht pollenallergisch reagieren. Da die Ambrosie auch Kontaktallergien hervorrufen kann, sind Handschuhe ratsam.

Die Pflanze entwickelt sich meist auf offenen Flächen (Brachflächen, entlang von Straßen und Gleisen), aber auch speziell in Gärten an Vogelfutterplätzen. Ein Hauptverbreitungsweg ist das Vogelfutter, in dem Ambrosiasamen als Verunreinigung häufig vorkommen.
Ganz wichtig ist deshalb die Kontrolle des Bereichs um die Vogelfutterstellen! Im Zweifelsfall sind die darunter aufgehenden, unbekannten Pflanzen alle zu entfernen. Beim Kauf von Vogelfutter sollte gezielt nach qualitativ hochwertigem, reinem Futter gefragt werden.
Auch über den Transport von Erd- und Humusmaterial wird die Pflanze häufig verbreitet.

Für eine effektive Bekämpfung ist das Landratsamt auch auf die Aufmerksamkeit der Spaziergänger, Radfahrer und - auf neudeutsch - „Outdoorsportler“ angewiesen. Sie sollten auf die Pflanzen am Wegesrand und anliegende relativ offene Brach- und Landwirtschaftsflächen achten (ohne natürlich Schlaglöcher, den Gegenverkehr und andere Gefahren aus den Augen zu verlieren). Ganz nebenbei kann man dadurch auch seine Sinne für die pflanzliche Vielfalt am Wegesrand schärfen, was durchaus eine sehr interessante Beschäftigung ist. Alle größeren Ambrosiabestände wurden bisher von aufmerksamen Bürger/innen gemeldet!

Es wird darum gebeten, die Ambrosie sofort zu entfernen und zu Dokumentationszwecken den Fund bei der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt unter
Tel. 08141/519363 oder -519923 zu melden.
Bei größeren Beständen organisiert die Kreisfachberatung die Entfernung.

Die Ambrosie kann man an folgenden Merkmalen erkennen:
Später, dann aber kräftiger Wuchs bis auf über 1 m Höhe, stark gefiederte (doppelt fiederteilige) Blätter, behaarter Stängel, schmal traubenartige, unscheinbare männliche Blütenstände (Gelbe Staubbeutel mit schirmartigen grünen Hüllblättern) an den Triebenden, sparriger Wuchs. Blüte ab Ende Juli (stark witterungsabhängig). Sie wird häufig mit dem bei uns verbreiteten heimischen Beifuß verwechselt, der jedoch blattunterseitig silbrig gefärbt und weniger stark gefiedert ist. Im frühen Stadium kann sie auch mit den Sommerblumen Gewürz-Studentenblume (Tagetes tenuiifolia) oder der Schwefelcosmee (Cosmos sulphureus) verwechselt werden.
Eine sehr gute Bestimmungshilfe mit einem hochauflösenden Foto, ausführlicher Beschreibung und interessanten Links bietet die Homepage des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege unter der Internetadresse www.garten-ffb.de in der Rubrik „Aktuelles“



LRA Fürstenfeldbruck | Bei uns veröffentlicht am 31.07.2012


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