Die Ausbreitung des Riesen-Bärenklau, der auch bekannt ist unter der Bezeichnung Herkulesstaude, stellt eine große Gefährdung der heimischen Flora dar. Wer dieser Pflanze den Kampf ansagen möchte, muss hierbei allerdings zu seinem eigenen Schutz äußerste Vorsicht walten lassen!
Die untere Naturschutzbehörde möchte daher Grundstücksbesitzer für dieses Thema sensibilisieren.
Die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, ist in Europa zwischenzeitlich ein etablierter Neophyt und wurde 2008 sogar zur Giftpflanze des Jahres erklärt. Der Riesen-Bärenklau bildet photosensibilisierende Substanzen, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken. Bloße Berührungen können bei Menschen zu schmerzhaften Quaddeln oder sogar zu schwer heilenden Verbrennungserscheinungen führen.
Die Herkulesstaude ist eine oft bis zu 3,4 m hohe krautige Staude mit sehr großen, dekorativen Doldenblüten. Die mäßig dicht behaarten Stängel der Pflanze sind an der Basis im Durchmesser 2-10 cm dick. Sie besitzen oft zahlreiche große dunkle oder weinrote Flecken. Die Blätter der Herkulesstaude erreichen normalerweise eine Länge von 1 m , können jedoch auch 3 m lang werden. Sie können dreiteilig oder fünf- bis neunteilig gelappt sein. Die seitlichen Blattabschnitte können über 1 m lang und mehr als 20 cm breit werden. Sie sind meist wiederum tief geteilt.
Bei Arbeiten am Riesen-Bärenklau ist unbedingt Schutzkleidung zu tragen, zu der Handschuhe, Schutzbrille, Gesichtsschutz, langärmelige Kleidung und Gummistiefel gehören. Die Arbeiten sollten nur an nicht-sonnigen Tagen durchgeführt werden.
Die Schutzkleidung sollte direkt nach der Pflanzenentfernung umstülpend ausgezogen und an der Außenseite nicht berührt werden. Duschen nach der Arbeit ist empfehlenswert, die Inhaltsstoffe des Pflanzensaftes können durch Textilien wandern. Dies ist auch bei gummibeschichteten Handschuhen möglich. Es wird außerdem empfohlen, die Gummistiefel nach der Arbeit von oben her mit Desinfektionsmittel abzubürsten.
Bekämpfung: Grundsätzlich sollten die Beseitigungsarbeiten vor der Samenbildung erfolgen. Es wird empfohlen, die Pflanze noch im Rosettenstadium am Wurzelansatz mit einem Spaten auszustechen. Geköpfte unreife Fruchtstände können eine Notreife durchmachen, daher sollten die Fruchtstände verbrannt werden oder in den Hausmüll gegeben werden, keinesfalls sollten sie auf den Kompost gelangen. Kann eine Bekämpfung vor dem Aussamen nicht durchgeführt werden, so sind jedenfalls alle Samenstände sehr frühzeitig mit einer Kunststofftüte dicht einzuschlagen. Die später zu rodenden Pflanzenreste sind dann zusammen mit den abgetrennten Blüten zu verbrennen.
LRA Fürstenfeldbruck | Bei uns veröffentlicht am 31.07.2012

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