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Sicher zur Schule - Sicher nach Hause 2015

Es ist wieder soweit - für mehr als 10.000 Kinder im Bereich des
Polizeipräsidiums München beginnt am Dienstag, 15. September 2015
mit dem ersten Schultag der „Ernst des Lebens“. Der tägliche
Schulweg stellt dabei eine besondere Herausforderung dar.
Die Schulwegsicherheit hat daher im Bayerischen Verkehrssicher-
heitsprogramm 2020 'Bayern mobil - sicher ans Ziel' einen hohen
Stellenwert. Gerade die Schulanfänger bedürfen einer besonde-
ren Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme im Straßenverkehr.
Es muss uns Erwachsenen bewusst sein, dass Kinder die Welt mit
anderen Augen und auch aus einer anderen Perspektive erleben.
Sie denken und verhalten sich anders als Erwachsene. Weil ihnen
die Erfahrung fehlt, können sie auch die Gefahren des Straßen-
verkehrs noch nicht richtig einschätzen. Kinder sind spontan und
impulsiv; sie reagieren häufig emotional.
Daher unser Appell an alle motorisierten Verkehrsteilnehmer:
• Verhalten Sie sich generell so, dass sie Kinder nicht gefährden
- und das nicht nur in den ersten Wochen nach Schulanfang,
sondern immer.

• Versuchen Sie, sich in die Kinder hineinzuversetzen. Rechnen
Sie mit spontanem Verhalten von Kindern und reduzieren Sie
Ihre Geschwindigkeit.
• Kinder sind mehr an Spaß und Spiel interessiert als an Sicher-
heit. Fahren Sie daher vorausschauend und seien Sie stets
bremsbereit.
• An Bushaltestellen sowie generell in der Nähe von Schulen
und in Wohngebieten ist besondere Vorsicht geboten. Fahren
Sie hier mit besonderer Aufmerksamkeit und rechnen Sie mit
dem plötzlichen Auftauchen von Kindern.


Beachten Sie im Interesse der besseren Sichtbarkeit von Kin-
dern, insbesondere an Kreuzungen und Einmündungen, im
Bereich von Fußgängerüberwegen sowie im Nahbereich von
Schulen die Park- bzw. Haltverbote.
Im Rahmen der Gemeinschaftsaktion „Sicher zur Schule - Sicher
nach Hause“ intensiviert die Münchner Polizei vom ersten Schul-
tag bis zum 30. September die Überwachung der Schulwege und
Schulbushaltestellen. Dabei werden auch die Schüler - vor allem
die ABC-Schützen - auf Gefahrenstellen hingewiesen und ange-
halten sich entsprechend zu verhalten.
Auch für die Begleitpersonen, wie Eltern und Großeltern, hat die
Münchner Polizei wichtige Tipps, welche im Rahmen von Eltern-
abenden bei der Schuleinschreibung schon einmal thematisiert
wurden. Für viele Schulen besteht auch ein Schulwegplan mit
wichtigen Hinweisen zum sicheren Schulweg, welcher bei diesen
Veranstaltungen ebenfalls verteilt wurde.
Tipps der Münchner Polizei für den täglichen Schulweg:
• Trainieren Sie mit Ihrem Kind den Weg zur Schule. Hierbei ist
der kürzeste Weg oftmals nicht der sicherste.
• Wählen Sie für Ihr Kind einen Schulweg mit Sicherheitseinrich-
tungen, wie Ampelanlagen, Schülerlotsen/Schulweghelfer o-
der Fußgängerüberweg.
• „Sichtbarkeit bringt Sicherheit“. Mit heller und leuchtender Klei-
dung sowie Reflektoren an der Schultasche und der Beklei-
dung wird Ihr Kind besser erkannt und wahrgenommen.
• Beobachten Sie Ihr Kind auf dem Schulweg. Sie erkennen da-
bei sehr schnell, ob es sich richtig verhält oder sich vielleicht
ablenken lässt.
• Sollten Sie Ihr Kind mit dem Fahrzeug zur Schule bringen, den-
ken Sie bitte an eine geeignete Kindersicherung, lassen Sie Ihr
Kind ausschließlich auf der Gehwegseite ein- und aussteigen
und halten Sie nur in den dafür freigegebenen Bereichen.


Lassen Sie Ihr Kind erst nach Beendigung der Fahrradausbil-
dung in der 4. Jahrgangsstufe mit einem verkehrssicheren
Fahrrad und mit Helm zur Schule fahren.
Alle Erwachsenen sollten sich ständig ihrer Vorbildfunktion gegen-
über Kindern bewusst sein. Insbesondere alle Eltern sollten sich
im Verkehrsalltag vorbildlich verhalten und dieses Verhalten ihren
Kindern vermitteln. Aus unserer Sicht ist dies ein wesentlicher Bei-
trag zur Verkehrserziehung und damit letztlich auch ein Beitrag zur
Verbesserung der Sicherheit auf dem Schulweg.
Schulwegunfälle – Statistik (Stand 07.09.15):
Im Schuljahr 2014/2015 wurden im Dienstbereich des PP Mün-
chen 108 Schulwegunfälle verzeichnet (2013/2014: 131).
Die Zahl der hierbei verletzten Schüler belief sich auf 116
(2013/2014:143), davon erlitten 9 (2013/2014:10) Schüler
schwere und 107 (2013/2014:110) leichte Verletzungen. Die
Hauptgruppe der verletzten Kinder stellten die 10- bis 14-Jährigen.
Bedauerlicherweise wurde auch ein Kind bei einem Schulwegun-
fall getötet.
Die Auswertung der Schulwegunfälle ergab, dass die meisten Kin-
der als Radfahrer (57 %) und Fußgänger (30 %) verunglückten.
Von den verunglückten Radfahrern trugen bedauerlicherweise 40
Schüler keinen Fahrradhelm!
Rund 95.000 Kinder zwischen 6 und 15 Jahren legen an etwa 190
Schultagen im Jahr mindestens zweimal ihren Schulweg zurück.
Daraus ergeben sich 36 Millionen Schulwege im Jahr. Gemessen
an der Anzahl der Schulwege, die Schulkinder während eines
Schuljahres zurücklegen, relativiert sich die Zahl der Schulwegun-
fälle.
Dies bedeutet aber nicht, dass wir Schulwegunfälle verharmlosen
oder ihnen nicht die notwendige Aufmerksamkeit und Bedeutung
widmen. Insbesondere werden Schulwegunfälle analysiert und mit
den Schülern aufbereitet.

In acht Fällen hat die Polizei gegenüber der zuständigen Straßen-
verkehrsbehörde Verbesserungsvorschläge unterbreitet.

Polizei | Bei uns veröffentlicht am 14.09.2015


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