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Polizei verstärkt den Fahndungsdruck auf Wohnungseinbrecher - Immer mehr Kriminelle scheitern bei Einbrüchen

Der in den letzten Jahren überdurchschnittliche Anstieg von Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäuser beschäftigt die Polizei im gesamten Bundesgebiet. Gelingt es Kriminellen erst widerrechtlich in Wohnungen und Häuser einzubrechen und somit in den unmittelbaren Lebensbereich von Opfern einzudringen, schwächt dies das Sicherheitsgefühl der Geschädigten in hohem Maße. Teilweise leiden die Betroffenen ein Leben lang unter subjektiven Kriminalitätsängsten. Die Fallzahlen für Wohnungseinbruch der Jahre 2013 (933) und 2014 (1125) zeigten einen Anstieg im Norden Oberbayerns.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord unternimmt diesbezüglich erhebliche Anstrengungen um diesem Phänomen entgegen zu treten.
„Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche in den ersten drei Quartalen dieses Jahres erstmal deutlich um 13,5 Prozent zurückging und gleichzeitig die Aufklärungsquote um 3,7 Prozent gesteigert werden konnte, bleibt die Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität weiterhin ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit in unserem Präsidialbereich“, so Polizeivizepräsident Günther Gietl.

Eine eigens erarbeitete dreiteilige Bekämpfungskonzeption, welche im wesentlichem auf den Säulen Prävention, Ermittlungen und Fahndung aufgebaut ist, soll weiterhin Bekämpfungsstrategie sein und effektiv dem Kriminalitätsphänomen entgegenwirken. Mit dem Tag des Einbruchschutzes, am 25.10.2015, der Teil der bundesweiten Kampagne K-EINBRUCH ist, will auch das Polizeipräsidium Oberbayern Nord die Sensibilität der Bürger für das Thema Einbruchschutz stärken.

Besondere Priorität hat hierbei erneut die persönliche Sensibilisierungsarbeit beim Bürger vor Ort, die jährlich vor Eintritt der Wintermonate geleistet wird. In den vergangen Wochen verteilten Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Eichstätt rund 5000 Präventionsflyer in den Wohngebieten an die Anwohner.

Dabei informierten die jungen Bereitschaftspolizisten im Rahmen ihres Kommunikationstrainings rund um das Thema Einbruchschutz und wiesen jeweils auf die für sie kostenlose Beratungsmöglichkeit bei den kriminalpolizeilichen Fachberatern hin. Immer mehr Anwohner zeigten Interesse, wie sie ihr Anwesen durch mechanische Sicherungen oder Alarmanlagen besser schützen können. So ließen sich in den vergangenen Monaten nahezu 1000 Bürger im Rahmen von Beratungsgesprächen kostenlos technische und verhaltensorientierte Möglichkeiten aufzeigen.

Erste Auswerteergebnisse des Jahres 2015 spiegeln die Wirksamkeit von
Sicherungsvorkehrungen wieder. 48,1 Prozent aller begangenen Einbrüche im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord konnten von den Tätern nicht vollendet werden. Dabei scheiterten die Kriminellen nahezu bei jeden zweiten Einbruch entweder an mechanischen Sicherungseinrichtungen und Alarmanlagen oder gaben ihr Vorhaben auf, weil sie von wachsamen Bürgern gestört wurden.

„Diese positiven Auswirkungen sollen aber keineswegs eine Entwarnung sein, denn die schwierigste Zeit, die Wintermonate, stehen noch vor uns!“, gibt der Leiter des Sachgebiets Verbrechensbekämpfung, Leitender Kriminaldirektor Jürgen Schermbach, zu bedenken und rät folgende Präventionstipps zu beachten:

Wer in den Urlaub fährt sollte dies nicht allzu intensiv publik machen, das Posten von Urlaubsfotos in sozialen Netzwerken kann für Kriminelle Rückschlüsse auf unbewohnte Wohnobjekte zulassen

Verzichten sie darauf auf ihren Anrufbeantworter Abwesenheitszeiten zu hinterlassen.

Erwecken Sie bei längerer Abwesenheit einen bewohnten Eindruck indem sie beispielsweise Briefkästen regelmäßig entleeren lassen, Licht ab und zu eingeschaltet lassen

Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit

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Auch wenn Sie Haus oder Wohnung nur kurzfristig verlassen - Ziehen Sie die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie immer ab.

Deponieren Sie ihren Hausschlüssel niemals außerhalb ihrer Räume - Einbrecher kennen jedes Versteck

Rolläden sollten zur Nachtzeit - und nach Möglichkeit nicht tagsüber - geschlossen werden; Sie wollen ja nicht auf den ersten Blick Ihre Abwesenheit signalisieren

Vorsicht - gekippte Fenster sind wie offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen

Rufen Sie die Polizei auch über 110 (Notruf), wenn Sie verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Jeder Hinweis kann wertvoll sein.

Nähere Informationen, insbesondere zu verhaltensorientieren und mechanischen Sicherungsmöglichkeiten sind auch im Internet unter folgenden Links abrufbar:

- www.k-einbruch.de
- www.polizei-beratung.de

Durch die Intensivierung der Fahndung und die Optimierung der länderübergreifenden Zusammenarbeit erreichte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord erstmals deutlich eine Steigerung der Aufklärungsquote und konnte Serienstraftaten klären.

So erzielten beispielsweise im vergangenem Jahr die Ermittler der
Kriminalpolizei Ingolstadt in enger Zusammenarbeit mit Ermittlern des PP München einen großen Ermittlungserfolg im Kampf gegen Wohnungseinbruchskriminalität, der zu hohen Haftstrafen führte. Es gelang den Beamten in akribischer Kleinstarbeit über 200
anklagefähige Delikte zu ermitteln, die ausschließlich auf das Konto zweier serbischer Haupttäter und deren Hinweisgeber ging. Eine Ingolstädter Finanzangestellte, die Tipps zu einbruchslukrativen Wohnanwesen gab, musste sich ebenfalls im Juli vor Gericht für ihre Mittäterschaft verantworten. Der ermittelte Beuteschaden, der im Bereich München und Ingolstadt entstand, betrug mehr als zwei
Millionen Euro.

Im Zeitraum von November 2014 bis Anfang Mai 2015 kam es bayernweit zu einer Serie von mindestens 50 Einbrüchen zum Nachteil asiatischer Opfer. Die regionalen Schwerpunkte der Tatorte entwickelten sich dabei in Ingolstadt, Augsburg, München und
Nürnberg. Im Rahmen umfänglicher und dienststellenübergreifender Ermittlungen und dem Zusammenspiel von Hinweisen wachsamer Bürger, gelang es schließlich der Polizei ein in den Niederlanden ansässiges weibliches Tätertrio zu ermitteln. Immer wieder erhielt die Polizei in diesem Zusammenhang im Vorfeld Personenbeschreibungen,
die auf weibliche Täterrinnen hinwiesen. Bei einer Fahrzeugkontrolle im März 2015 konnten drei Frauen im Bereich Nürnberg/Feucht kontrolliert werden, dessen Überprüfung mit bereits vorhandenen Täterbeschreibungen erste Verdachtsmomente weckten. Die Zusammenführung aller Spuren erhärtete schließlich den Tatverdacht.
Allein der Kripo Ingolstadt gelang es im Zuständigkeitsbereich 8 Fälle zu klären, dessen Einbrüche auf das Konto des weiblichen Einbruchstrios gingen. Dabei erbeuteten die Einbrecherinnen Schmuck und Bargeld im Wert von über 80 000 Euro. Im Mai 2015 gelang es Polizeibeamten, eine der drei Frauen in Baden Württemberg festzunehmen. Die Fahndungsmaßnahmen bezüglich der beiden mit Haftbefehl ausgeschriebenen Mittäterinnen dauern noch an.
Der entstandene Gesamtschaden der Serie beläuft sich auf rund eine viertel Million Euro.



Polizei | Bei uns veröffentlicht am 22.10.2015 | Aktualisiert am 22.10.2015


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