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Schreckliches Zugunglück bei Bad Aibling

+++ 10 Tote geborgen +++ keine Vermissten mehr +++ Bergungsarbeiten der Züge haben begonnen +++ Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kripo laufen +++


BAD AIBLING. Nach dem folgenschweren Zugunglück bei Bad Aibling haben unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft am Morgen die Arbeiten zur Bergung der beiden ineinander verkeilten Zuggarnituren begonnen. Parallel dazu finden am heutigen Tag in München rechtsmedizinische Untersuchungen an den Todesopfern statt. Vor den Behörden liegt jetzt eine aufwändige und langwierige Ermittlungsarbeit, über Ursachen des schrecklichen Unglücks können deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen getroffen werden.

Hunderte von Helfern hatten den ganzen Dienstag damit verbracht, Verletzte und Tote aus den stark beschädigten Zügen zu bergen. Nachdem eine Person im Laufe des Tages ihren Verletzungen in einer Klinik erlag, müssen 10 Todesopfer beklagt werden. Der Gesundheitszustand einiger Schwerverletzter ist nach wie vor ernst, viele leichter verletzte Menschen konnten die Krankenhäuser aber bereits wieder verlassen. Entwarnung konnten die Beamten der Kripo am heutigen Morgen geben: die Überprüfungen ergaben, dass niemand mehr vermisst wird, in den Zugwracks wird also kein Mensch mehr vermutet.

Bei den 10 Getöteten handelt es sich um 9 Männer im Alter zwischen 24 und 59 Jahren. Alle stammen aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein. Bei einer getöteten Person steht die Identität noch nicht ganz sicher fest. Auch bei den vielen verletzten Fahrgästen handelt es sich fast ausschließlich um Erwachsene, überwiegend aus hiesiger Region.

Im Polizeipräsidium Oberbayern Süd wurde ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer (08031) 2003180 können besorgte Bürger sich nach Angehörigen erkundigen oder aber Hinweise zum Hergang des Unglücks geben.



Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Traunstein begannen am Morgen am Unglücksort die Bergungsarbeiten. Dabei sollen mit eigens zugeführten Spezialmaschinen die beiden ineinander verkeilten Zuggarnituren voneinander getrennt werden. Danach kann möglicherweise die noch fehlende, dritte Blackbox gefunden werden.

Nach der Bergung der Toten und Verletzten und des Streuguts am gestrigen Tag, stehen für Staatsanwaltschaft und Polizei jetzt die Sicherung von Beweismitteln und die rechtsmedizinischen Untersuchungen im Vordergrund. Darüber hinaus müssen natürlich alle Zeugen, vor allem die Zuginsassen, nach und nach vernommen werden und Sachverständige müssen mit der Auswertung von Beweismitteln und der Erstellung von Gutachten ihre notwendigen Beiträge liefern. Die Ermittlungen werden kompliziert, aufwändig und zeitraubend. Aussagen zur Unglücksursache können und werden deshalb seitens der Behörden derzeit keine getroffen. Es wird deshalb gebeten, von Nachfragen hierzu bei Polizei und Staatsanwaltschaft abzusehen, zu gegebener Zeit äußern sich die Behörden dazu.

Für Betroffene des Zugunglücks, vor allem also Fahrgäste der Unfallzüge, bieten die Notfallseelsorger Rosenheim in den kommenden Tagen ihre Hilfe an. Menschen, die seelischen Beistand suchen, können sich dort melden:

Notfallseelsorge Rosenheim
(0174)8434727

Polizei | Bei uns veröffentlicht am 10.02.2016


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