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Rettungsgasse missachtet, Feuerwehrfahrzeuge gefährdet und Polizisten angefahren

Durch die Autobahnpolizei Holzkirchen wurde am gestrigen Donnerstag, 21.12.17, gegen 09:30 Uhr die Feuerwehren Hofolding und Sauerlach zu einem qualmenden Sattelzug auf die A8 angefordert. Auf Höhe des Autobahnkilometers 18,5 in Fahrtrichtung Salzburg war der Motor eines slowenischen Sattelzuges in Brand geraten. Der Brand konnte durch den Lkw-Fahrer
bereits eingedämmt werden, er blieb unverletzt.
Zwei Löschfahrzeuge der Wehren aus Sauerlach und Hofolding befuhren auf Anfahrt
zur Einsatzstelle hintereinander die gebildete Rettungsgasse.
Ein 64-Jähriger Fahrer eines Audi Q3 aus Berlin nutzte entstehende Lücken der
Rettungsgasse, um die mit Blaulicht und Martinshorn fahrenden Löschfahrzeuge zu
überholen. Das hintere Löschfahrzeug wurde in der Rettungsgasse vom Audi-Fahrer
links überholt. Da das vorrausfahrende Feuerwehrfahrzeug weiter nach links versetzt
fuhr, war ein links überholen hier für den Q3 nicht möglich. Davon ließ sich der
Fahrer allerdings nicht aufhalten und überholte hier das Löschfahrzeug kurzer Hand
rechts. Durch den Spurwechsel zwang er eines der Feuerwehrfahrzeuge sogar zum
Abbremsen und Ausweichen.
Im Stau unmittelbar vor der Einsatzstelle wurde das Berliner Fahrzeug von der
Feuerwehr dann schließlich wieder überholt und das durch ihn gezeigte Verhalten an
die Beamten der Autobahnpolizei Holzkirchen mitgeteilt.
Durch zwei Beamte sollte der Fahrer des Berliner Pkw an der Einsatzstelle
kontrolliert werden. Bei dem Anhalteversuch befand sich das Fahrzeug auf dem an
der Brandstelle verbliebenen linken Fahrstreifen. Die gegebenen Anhaltezeichen des
Polizeibeamten ignorierte der Fahrer jedoch und fuhr auf den auf der Fahrbahn
stehenden Polizeibeamten mit geringer Geschwindigkeit zu. Als der Beamte
realisierte, dass der Pkw-Fahrer nicht anhalten will, war es ihm auf Grund des nur
noch geringen Abstands zum Fahrzeug nicht mehr möglich sich aus dem
Gefahrenbereich zu bringen und er wurde durch die Front des Pkw an beiden Knien
angefahren und leicht verletzt. Zeitgleich wurden die Beamten vor Ort durch die
heruntergelassene Seitenscheibe auf üble Art und Weise beschimpft und beleidigt.
Den Anordnungen zur Seite zu fahren kam er immer noch nicht nach. Erst als seine
auf dem Beifahrersitz befindliche Ehefrau ins Lenkrad griff, konnte er zum Einlenken
gebracht werden. Der Fahrer begann daraufhin, auf seine Frau einzuschlagen. Die
Beamten griffen sofort ein und mussten den Fahrer gewaltsam aus seinem Fahrzeug
holen. Währenddessen wurden sie weiterhin durch den Berliner massiv beleidigt.
Ernsthaft verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Der Fahrer muss nun mit mehreren Anzeigen wegen Gefährdung des
Straßenverkehrs, gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr, gefährlicher
Körperverletzung sowie Beleidigung rechnen. Sein Führerschein wurde auf
Anordnung der Staatsanwaltschaft München I beschlagnahmt.
Der eigentliche Einsatz, der qualmende Lkw, konnte nach kurzen Nachlöscharbeiten
Seitens der Feuerwehr recht schnell beendet werden. Die beschädigte Zugmaschine
wurde auf dem Autobahnparkplatz abgestellt und wird durch die Halterfirma in den
nächsten Stunden abgeschleppt. Hier beläuft sich die Schadenshöhe auf ca. 8.000
Euro.
Von der Polizei entlassen und nichts gelernt:
Nach der Beschlagnahme seines Führerscheins und ausführlicher Belehrung wurde
der 64-jährige Berliner von der Autobahnpolizei Holzkirchen wieder entlassen, seine
Frau sollte die Fahrt fortsetzen. Kurz nach Verlassen des Polizeiparkplatzes konnte
eine Streife der Autobahnpolizei beobachten, wie der Mann den Platz mit seiner Frau
tauschte und sich erneut hinters Steuer setzte. Die Weiterfahrt wurde daraufhin
unterbunden und alle Beteiligten zurück zur Autobahnpolizei verbracht.
Auf der Dienststelle schlug der Mann unvermittelt im Beisein der Beamten seiner
Ehefrau mit der Hand ins Gesicht. Er musste erneut von den Polizeibeamten
überwältigt werden, um eine weitere Eskalation der Gewalt zu verhindern. Dabei kam
es zu massiven Widerstandshandlungen. Es werden weitere Strafverfahren wegen
Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.
Nachdem sich nicht einmal die Ehefrau des 64-jährigen dessen aggressives
Verhalten erklären konnte und eine Begutachtung durch einen herbeigerufenen Arzt
eine psychische Erkrankung nicht ausschließen ließ, wurde er in eine psychiatrische
Einrichtung eingewiesen. Eine Beeinflussung durch Alkohol- oder Drogenkonsum
konnte jedoch ausgeschlossen werden.

Autobahnpolizeistation Holzkirchen | Bei uns veröffentlicht am 22.12.2017


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