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Gedanken einer Bauerntochter (Teil 5)

Sie verpesten die Umwelt, quälen Tiere und hintergehen den Verbraucher: Bauern. Wer diesen Beruf heute noch ausübt, ist lebensmüde, davon bin ich fest überzeugt! Ich bin auf einem klassischen Bauernhof in Bayern aufgewachsen und meine Eltern sind noch heute Landwirte, allen Anschuldigungen und Entbehrungen zum Trotz. Für ihre Arbeit sollten sie gelobt und nicht
angefeindet werden. Darum teile ich hier mit Ihnen meine Gedanken zum Leben als Bauernkind.
Katharina Bauer, Bauerntochter

Vom *Mord am Tier*-Mythos


Krankheit, Siechtum, Dahingerafft-Werden: Geht es nach dem modernen Menschen, dann hat die Natur, wenn auch sonst nirgends, beim Sterben noch ein Recht zu reden. Den Tod wollen wir
belassen, wie er ist. Anschließend werden wir kunstvoll in Särge drapiert und verbuddelt, sodass die Natur sich mühevoll um ein Stückchen unseres Materials bemühen muss.
Und weil wir uns so sicher sind, wie Sterben abzulaufen hat, fordern einige von uns das auch für Tiere. Doch zu glauben, dass unsere Art des Sterbens die einzig richtige ist und jedem Tier das Recht darauf gebührt, ist Ausdruck einer Vermenschlichung der Natur. Was spricht gegen einen sinnvollen, schmerzlosen Tod anstelle von Siechtum und Qual? Was spricht gegen Schlachten und Gegessenwerden?

Der moderne Mensch weiß gar nicht mehr so recht, wie die Natur funktioniert. So betätigt er die simple Annahme: *Was ich nicht wollen würde, kann ein Tier auch nicht wollen.* Ein trauriges Zeugnis dafür, wie weit sich der Mensch schon von der Natur entfernt hat, war eine Kampagne, die fragte: *Würden wir Tiere auch dann essen, wenn sie sprechen könnten?*
Selbst wenn, dann ist fraglich, ob Tiere all die komplizierten Konstrukte im Kopf haben, in denen der

Mensch denkt. Was soll der Satz *Du wirst morgen geschlachtet werden* in jemandem auslösen, der nicht weiß, was *morgen* bedeutet? Wenn Tiere also sprechen würden, wer sagt uns, dass es ihnen nicht vielleicht sogar total egal wäre, wenn wir sie essen? Warum sollte ein Tier überhaupt sprechen oder denken müssen wie wir Menschen? Weil Menschen *besser* sind? Lasst das Tier ein Tier sein. Und hört auf, die Natur in das Konzept *Mensch* zu zwängen!

Eine warmherzige Bekannte befindet sich derzeit auf dem Weg zur Veganerin. Ihr Beweggrund: Tierwohl. Gleichzeitig fängt sie verzückt zu quietschen an, wenn sie eines dieser Miniatur-Schweine sieht. Es ist sicher falsch, Tiere für den menschlichen Appetit leiden zu lassen. Noch weniger richtig ist es aber, dies nicht aus Hunger, sondern aus Vergnüglichkeit zu tun.
Es ist die eitle Selbstgerechtigkeit von Menschen, die die Natur schützen wollen, ihr aber nur mehr im Internet, auf PETA-Plakaten oder in Form von Bello begegnen. Gleichzeitig vergessen sie, dass Bello so auch nicht existieren würde, hätte ihn der Mensch nicht mehr oder weniger durch seine Züchtung verkorkst. Während Dackel prädestiniert für Bandscheibenvorfälle sind, haben Schäferhunde quasi von Geburt an den Freischein für Hüftprobleme. Das nennt man übrigens *Qualzucht*.

Doch man regt sich lieber über Massentierhaltung auf - auch wenn niemand sagen kann, was das eigentlich genau ist. Wie viele Tiere welcher Art auf wie viele Quadratmeter? Fünfzig Kühe
(wohlgemerkt: Herdentiere) in einem für sechzig Kühe konzipierten Stall als *Massentierhaltung* zu definieren, funktioniert nicht, wenn man gleichzeitig vier Katzen (wohlgemerkt: Einzelgänger) in einer Wohnung hält. Wer den Finger in diese Wunde legen will, sollte auch kein Aquarium besitzen oder sich in unseren Breitengraden einen Husky anschaffen. Oder aber ein Volksbegehren für die Artenvielfalt unterschreiben und dabei völlig außer Acht lassen, dass im Sommer an jeder Straßenlampe hunderte Insekten zugrunde gehen - und zwar jeden Abend, nur damit wir nicht im Dunklen heimlaufen müssen!

Gerne wird auch argumentiert, dies oder jenes wäre für Kühe und Schweine in der Natur ganz anders und würde ihnen im Stall fehlen. Fakt ist aber, dass es die heutigen Kühe und Schweine *in der Natur* gar nicht geben würde. Sie sind seit Jahrhunderten an die Seite des Menschen gezüchtet worden. Unsere Nutztiere brauchen uns genauso wie wir sie! Doch von der Symbiose Mensch - Nutztier will heute niemand mehr etwas wissen.

Letztlich geht es vielleicht gar nicht um das leidende Tier an sich, sondern um die wuterfüllte Annahme, Landwirte seien Tierquäler und Mörder. Aus diesem Grund sollte man kein Fleisch, ja am besten gar keine tierischen Produkte mehr verzehren. Eine Vielzahl an Tierärzten, ganze Berufszweige sowie Studiengänge beschäftigen sich mit dem Wohl unserer Nutztiere. Geht es ihnen gut, sind sie produktiv und bleiben gesund. Eine Kuh beispielsweise, die sich wohl fühlt, gibt automatisch mehr Milch, ohne dass sie - wie vom ZDF pauschal behauptet - nach fünf Jahren auf den Schlachthof wandern muss.

Landwirte leben Tag für Tag mit den Geschöpfen, deren Erzeugnisse ihren Lebensunterhalt sichern. Im Gegenzug sichern die Landwirte deren Existenz. Warum also sollten sie die Tiere quälen? Anhand von regelmäßigen Kontrollen dürfte es eher selten passieren, dass ein Bauer grob fahrlässig handelt. Wenn dem so geschieht, dann vielleicht wegen psychischer Probleme - wie das auch bei anderen Berufsgruppen vorkommt. Wer aber weigert sich seit Lubitz, in ein deutsches Flugzeug zu steigen?

Momentan gibt es also nur einen Übeltäter, und der steht mit Gummistiefeln in seinem eigenen Schweiß und schafft Nahrung für eine Gesellschaft herbei, der ein Liter Milch gerade mal 34 Cent wert ist. Es geht hier nicht darum, Vegetarier oder Tierschützer zu verteufeln. Aber schiebt den schwarzen Peter nicht ausnahmslos den Bauern zu! Und lernt, verdammt nochmal, wie
Landwirtschaft wirklich aussieht!

Zum 4. Teil

Katharina Bauer, Bauerntochter | Bei uns veröffentlicht am 16.12.2019


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