BAYERNregional
Pullach im Isartal

Abschied und Neuanfang - Burg Schwaneck bereitet sich nach Auszug der Geflüchteten auf Jugendherbergsbetrieb vor

Pullach . Ende März haben die letzten geflüchteten Jugendlichen die Burg Schwaneck
verlassen. Während der vergangenen 18 Monate hatte der Landkreis München im
Übernachtungshaus des Kreisjugendring München-Land zwischenzeitlich bis zu 116
unbegleitete Jugendliche untergebracht, die aus ihren Heimatländern geflohen waren.
Nach einer kurzen Umbau- und Renovierungsphase wird die Burg dann am 1. Juli
2017 ihren Betrieb als Jugendherberge wieder aufnehmen.
Bei einem großen gemeinsamen Abschiedsessen im Rittersaal der Burg Schwaneck
am 24. März 2017 kamen Jugendliche, Betreuer_innen sowie hauptberufliche und
ehrenamtliche Helfer und Helferinnen noch einmal zusammen, um sich zu
verabschieden, danke zu sagen und Adressen auszutauschen. Alle Beteiligten –
insgesamt rund 120 Personen – erhielten als Dankeschön ein frisch gedrucktes
Kochkartenset, das im Rahmen der interkulturellen Werkstatt entstanden war und
eine Dankeskarte, die einer der jugendlichen Geflüchteten gezeichnet hatte.
Während ihres rund anderthalbjährigen Aufenthalts in Pullach wurden die
Jugendlichen von der Diakonie Jugendhilfe Oberbayern betreut, Jonas Better Place
stellte die Sicherheitskräfte. Die Burg als Jugendbildungsstätte und Jugendherberge
gewährleistete Unterbringung, Verpflegung sowie Freizeit- und Bildungsangebote
wie etwa sportliche Aktivitäten, Musikunterricht oder Kunst-Workshops. Koordiniert
vom Kreisjugendring München-Land kümmerte sich außerdem ein Helferkreis von
rund 60 Ehrenamtlichen um eine kontinuierliche Hausaufgabenbetreuung und
Nachhilfe für die jungen Menschen aus Afghanistan, Syrien, Eritrea, Äthiopien,
Somalia, dem Iran, Irak, Pakistan, Albanien, Gambia und Nigeria. Da die
Unterbringung auf der Burg für einen begrenzten Zeitraum angelegt war, koordinierte
das Kreisjugendamt die Verlegung der Jugendlichen in andere Einrichtungen der
Jugendhilfe. In verschiedenen Gemeinden im Landkreis wurden überwiegend kleine
Wohneinheiten eingerichtet, wo die Jugendlichen je nach festgestelltem Bedarf an
Jugendhilfe voll- oder teilbetreut werden. Trotz der teilweise weiten Entfernung zu
Pullach möchten Jugendliche und Ehrenamtliche den Kontakt aufrecht erhalten,
auch mittlerweile institutionalisierte Treffen wie etwa das beliebte gemeinsame
Kochen im Naturerlebniszentrum sollen künftig weiter stattfinden.
Auf der Jugendherberge sind nun vergangene Woche die seit Herbst 2016 geplanten
Umbaumaßnahmen angelaufen. Oberstes Ziel ist, mehr Sicherheit und Service für
die Gäste zu schaffen sowie eine behindertengerechte Ausgestaltung des Hauses.
So wird etwa das Café samt Abendrezeption ins Erdgeschoss verlegt, eine
Umgestaltung des Burghofs ermöglicht künftig Rollstuhlfahrern einen leichteren
Zugang. Der Umbau des Küchenbereichs zur Verbesserung der Arbeitsergonomie
steht ebenso auf dem Programm wie die jährlichen Bauunterhaltungsmaßnahmen,
die im Zuge der Unterbringung seit 2015 zurückgestellt werden mussten. Den neuen
Glanz von Schwanthalers Jugendtraum werden die ersten Gäste der
Jugendherberge dann im Juli 2017 genießen können.

Kreisjugendring München-Land | Bei uns veröffentlicht am 10.04.2017


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